Mittwoch, 11. August 2010

Erlebnisse von meiner Reise

Es gibt vieles, was ich über diese Reise sagen kann, doch um das zu fühlen, muss man dabei sein.
Die Reise begann am Sonntag, den 4 Juli 2010. Pap und ich haben unseren Autofahrer verloren, und mussten deshalb einen anderen Weg nach Russland finden. Packend entwickelten wir eine Route von der Grenze Deutschlands durch Polen, Ukraine nach Russland.Pap kaufte die Fahrkarte und wir fuhren los.
Mit viel Umsteigen erreichten wir schließlich die Stadt Görliz.
Es war nacht. Und es gab alle Indikatoren für Mücken. Es gab auch viele Mücken und wir hatten keine Creme dabei. Toll. Um nicht vollständig ausgesaugt zu werden, suchten wir schnell einen Schlafplatz. Nicht neben den Fluss, auch nicht im Wald. Ein alter Hof bot uns schließlich den geeigneten Platz zum Zelten. Aber kaum waren wir da, schon tauchten die ersten Mückenschwärme auf. Schnell das Zelt aufbuen, hinein springen und fest verschließen. Und draußen hörte man das wütende Summen der Schwärme.
...
Am nächsten Morgen weckte mich das Fauchen einer Katze. Rasch zogen wir uns an, packten unser Zelt und gingen zur Zughaltestelle, um herauszufinden, ob man sich ein Ticket bis Wrotslaw kaufen kann. Dort kostete ein Ticket für eine Person 36 Euro. Viel zu teuer. Deshalb gingen wir zur Grenze, um dort ein Auto anzuhalten. Pap sagte, dass ich es zuerst versuchen soll.
Also, jetzt stellt euch vor, ein Mädchen steht in kurzen Shorts und einen langen T-Shirt am Anfang einer Autobahn und hebt zögerlich die Hand an und hebt sie wieder runter. Hinter ihr sitzt ein großer, mürrischer Mann mit zwei Rucksäcken und wartet.
Eigentlich war ich gar nicht so sicher, dass jemand anhält, und als es wirklich passierte, fiel mein Unterkiefer auf den Boden. Ein Mann hat angehalten!!! Und dann noch in einem kleinen Lastwagen (weiß nicht, wie solche Autos richtig heißen). Schnell den Unterkiefer aufsammeln, Rucksäcke mitnehmen und los. Dieser Mann fuhr uns dann bis ganz nach Wrotslaw.
Anmerkung: In Polen sieht ein kleines l so aus, wie ein kleines t, also habe ich den Namen der Stadt immer falsch gelesen und konnte es mir auch nicht merken.
Ich habe vorher ein bisschen gelogen, dieser Autofahrer fuhr uns nicht ganz bis nach Wrotslaw, sondern bis zu einer Tankstelle x km vor unserem Ziel. Von dort aus mussten wir uns eine neue Mitfahrgelegenheit suchen, was gar nicht so einfach war.
Pap hat fast alle Fahrer gefragt, sogar Musiker in einem Bus, die nach Tschechien unterwegs waren. Keiner wollte uns mitnehmen, und wenn doch, dann hatten sie keinen Platz im Auto. Wir haben unsere restlichen Brötchen zu Mittag gegessen und die Flaschen mit frischem Wasser gefühlt. Der Reis war bei einer solchen Hitze verdorben, also hat Pap ihn weggeworfen.
Ein alter Mann mit fast keinen Zähnen hat uns dann den Tipp gegeben, dass wir gleich auf die Autobahn gehen müssten, dort funktioniere es besser mit dem Autostop.
Von dort aus hat diesmal Pap sein Glück versucht und, oh Wunder, jemand hat angehalten.
Es war ein netter, glatzköpfiger Mann, über 30, mit einem Bart und einer Zunge ohne Knochen. Er hat immer so schnell geredet, dass gar nichts verstanden habe ( ich weiß nicht, wie sich Pap mit ihm verständigen konne, wahrscheinlich Zeichensprache und Telephatie). Er hat gesagt, er sei Lastwagenfahrer und hatte ein Funksprechgerät im Auto, mit dem er sich mit anderen Lastwagen verständigen konnte.
Ich saß hinten und bin eingeschlafen. Als ich wieder aufwachte, stellte sich heraus, dass wir an Wrotslaw schon lange vorbei gefahren sind und jetzt in Richtung Krakow unterwegs waren. Genau in die richtige Richtung! Außerdem hat er mit seinem Funkgerät die ganze Zeit versucht, die nächste Mitfahrgelegenheit für uns zu finden, da er nicht direckt bis Krakow fuhr.
Plötzlich hielten wir an einer Tankstelle an und warteten auf etwas. Dann sahen wir es. Ein riesiger, beladener Lastwagen hielt und unser Fahrer guckte auf den anderen. Wir holen unsere Rucksäcke aus dem Kofferraum und "stiegen um in den Flugzeug". Die Rucksäcke musste man hoch oben hinaufwerfen und dann selber hinauf klettern. In der Kabine waren zwei manneslange Betten hinter den Fahrersitzen und die Fahrersitze waren weit voneinander entfernt. Von oben war die Aussicht einfach wunderbar, als ob man in der Kabine eines Piloten saß (was teilweise stimmt).
Dieser Mann konnte ein bisschen russisch, und es hat sich noch herausgestellt, dass er manchmal Waren aus Hamburg transportiert. Pap hat natürlich gleich seine Visitenkarte gezogen. Erzählt hat er uns noch, dass er drei Kinder hätte und ein Haus. Sein Nachbar war gleichzeitig sein Arbeitsgeber.
Er hat uns über die Autobahn, für die man Geld zahlen muss, gebracht und an der nächsten Haltestelle abgesetzt. Dort war eine schöne, saubere Toilette, es war in der nähe von Krakow- Airport. Wieder mal fragten wir alle Fahrer, die dort standen, doch keiner wollte uns mitnehmen, d.h, keiner fuhr direckt nach Krakow. Uns blieb nichts anderes übrig, als zu fragen, ob sie uns bis zum Flughafen mitnehmen würden.
Ein Mann im goldbraunen Wagen hat uns dann schließlich mitgenommen und als er unsere Geschichte hörte, brachte er uns direkt bis zum Zentrum. Endlich waren wir in Krakow.

2 Kommentare:

nikadim hat gesagt…

Eine schöne Geschichte, was passierte mit dir in der Ukraine? Schreib über neue Freunde, die wir unterwegs kennen gelernt haben.

Anonymhat gesagt…

I think that is right bout that. Nice info and thanks. Need to get in google feed.

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